Netherlands' secret to a successful pension system
Die Niederlande sind ein kleiner Staat mit 18 Millionen Einwohnern, aber was sie in puncto von Rentenfondsleistungen erreicht haben, ist beeindruckend. Längst führen sie die internationalen Rankings an, wie z.B. im Mercer CFA Institute Global Pension Index. Der Schlüssel zum Erfolg liegt jedoch nicht in einer großzügigen staatlichen Alterssicherung, sondern vielmehr in einer sorgfältig auf drei Ebenen ausbalancierten Kombination aus Staat, Unternehmen und individuellem Sparen. Der erste Pfeiler bildet die sog. Altersrente AOW, eine staatliche Leistung in fixer Höhe, die aus Steuereinnahmen finanziert wird und unabhängig vom Erwerbsverdienst des Empfängers ist. Für Einzelnen, die allein leben, liegt der monatliche Betrag bei etwa 1.580 Euro brutto. Diese Grundrente dient als Schutzschild und soll nicht als Ersatz für den Erwerbseinkommen dienen. Ein wesentlicher Unterschied zum spanischen Modell ist, dass diese Grundrente nicht an die Dauer der Beitragszahlung oder das Beitragsbasisgehalt, sondern an die Zeit des Aufenthalts im Land gebunden ist. Wer sein ganzes Arbeitsleben im Land verbracht hat, erhält die volle Rente. Die Zugangsbedingungen für die Altersrente werden kontinuierlich angepasst, so dass die Erwartete Lebenserwartung der Bevölkerung als Referenz dient. So wird die Renteneinstellung für jede Generation fünf Jahre im Voraus bekanntgegeben, damit die Menschen wissen, wann sie in den Ruhestand eintreten können. Bis 2028 ist der vorhergesagte Renteneintritt bei 67,5 Jahren geplant. Dies unterscheidet das niederländische Modell von anderen europäischen Ländern.

Wie die niederlande ihre alterssicherung aufbauen
Das eigentliche Sparmodell liegt jedoch im zweiten Pfeiler, den betrieblichen Pensionsfonds. Nahezu 90 Prozent der Arbeitnehmer sind in großen Branchenfonds investiert, die ihr Geld über Jahrzehnte auf den Märkten anlegen. Diese riesige Kapitalmasse von etwa 1,5 Billionen Euro macht die Niederlande zu einem der größten institutionellen Investoren der Welt. Unternehmen und Mitarbeiter finanzieren gemeinsam diese Fonds, die von professionellen Managern betrieben werden. Hier setzt die tiefgreifende Transformation der letzten Jahre ein. Die Rentenreform-Gesetzgebung, bekannt als WTP, trat seit Juli 2023 in Kraft und wird bis 2028 schrittweise umgesetzt. Der Kern der Reform besteht darin, von einem kapitalgedeckten Modell, bei dem eine bestimmte Leistung zugesagt wird, zu einem Beitragsmodell umzustellen, bei dem die Beiträge festgelegt sind, aber nicht die Endrente. Dadurch wird die Rentenhürde für die Zukunft aufgeteilt in individuelle Konten. Die vorgezogene Altersrente steigt 2026, was die Rentenreform herausfordert.
Abgesehen von den beiden Pfählen gibt es noch einen dritten, freiwilligen Pfeiler, der sich auf individuelle Altersvorsorgeprodukte konzentriert. Dieses Modell von drei Ebenen ermöglicht eine faire Verteilung der Rentenlast, die in Spanien fast ausschließlich auf Sozialbeiträge und das öffentliche Rentensystem lastet. Es handelt sich nicht darum, zwischen Staat und Markt zu wählen, sondern um beides zu integrieren. Es ist zu beachten, dass auch das niederländische Modell nicht frei von Spannungen ist. Die Übertragung des Investitionsrisikos auf die Rentenberechtigten schafft Unsicherheit über den tatsächlichen Rentenbetrag. Die niederländischen Gewerkschaften haben daher vor einem schlechten Jahr auf den Finanzmärkten gewarnt, das die Erwartungen der zukünftigen Rentnerinnen und Rentner beeinträchtigen könnte. Dennoch zeigt das niederländische Beispiel, dass ein robustes System auch unpopuläre Entscheidungen erfordert, wie die Verknüpfung von Renteneintrittsalter mit der erwarteten Lebenserwartung und die Förderung des kapitalisierten Sparen bereits im ersten Arbeitsverhältnis.
