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Twitter-zoff: ex-chef-taktik gegen musk – milliarden-deal im visier

Die Anhörung im Rechtsstreit um den milliardenschweren Kauf von Twitter durch Elon Musk hat eine neue Wendung genommen: Ehemalige Top-Manager des Social-Media-Riesen widersprachen Musks Darstellung, Twitter habe ihnen bei der Übernahme im Jahr 2022 falsche Informationen über die Nutzerbasis gegeben.

Parag agrawal und ned segal im kreuzfeuer

Parag agrawal und ned segal im kreuzfeuer

Parag Agrawal, der frühere CEO, und Ned Segal, der Finanzchef, traten am Freitag als Zeugen vor einer Jury in dem Verfahren, in dem es um die 44 Milliarden Dollar teure Übernahme geht. Beide wurden kurz nach Musks Übernahme entlassen. Doch die beiden Männer lieferten kaum detaillierte Erinnerungen an die chaotischen Wochen rund um ihren Versuch, die Abwicklung des Deals zu stoppen, und kritisierten Musks Vorgehen kaum.

Agrawal reagierte auf einen Tweet Musks vom 13. Mai 2022, der von einer „vorläufigen Aussetzung“ des Kaufvertrags sprach, knapp mit „Das erschien mir nicht logisch“. Segal, der den Großteil des Vortags aussagte, beschränkte sich auf: „Es hat mich verärgert.“ Diese Reaktionen widersprechen Musks Darstellung, er habe stets fest an der Übernahme festhalten und von Falschinformationen über den Anteil von Fake Accounts gewusst.

Die Anwälte der Verkäufer argumentieren, dass Musks öffentliche Kritik an Twitter darauf abzielte, den Aktienkurs zu senken und sich bessere Verhandlungspositionen zu sichern. Die Aussagen von Agrawal und Segal untergraben Musks Behauptung, er sei stets bereit gewesen, den Deal abzuschließen, aber von Twitter belogen worden zu sein. Musk hatte vor Gericht erklärt, er sei „verblüfft“ gewesen, dass Agrawal und Segal keine detaillierteren Informationen zur Bot-Zählmethodik während des ersten Treffens am 6. Mai liefern konnten.

Musk verglich das Problem der Bots mit der Inspektion eines Termitenbefalls bei einem Hauskauf. Agrawal und Segal betonten jedoch, dass Bots eines von etwa 20 diskutierten Themen waren und nicht als besonders gravierend angesehen wurden.

Eine Woche später, bei einem weiteren Treffen, standen Bots im Zentrum der Diskussion, doch Musk nahm nicht teil. Kurz darauf behauptete er auf einer Konferenz, Bots würden 20 % der Nutzerbasis ausmachen. Agrawal konterte in einer Reihe von Tweets und beschrieb die von Twitter verwendete Methode zur Identifizierung von Bot-Konten, die seiner Aussage nach weniger als 5 % der Nutzer ausmachte. Musk reagierte mit einem Emoji, das als „Kotz-Emoji“ interpretiert wurde.

Vor Gericht wiederholte Agrawal seine knappe Reaktion auf diesen Tweet: „Ich erinnere mich nicht daran, aber es war verwirrend.“

Agrawal und Segal hatten zusammen mit anderen Mitarbeitern Klage gegen Musk eingereicht, da ihnen angeblich die versprochenen 128 Millionen Dollar an Abfindung vorenthalten wurden. Die Parteien hatten im vergangenen Jahr eine vertrauliche Einigung erzielt.

Die Verhandlung ist noch nicht abgeschlossen. Die Frage, wie viel Musk tatsächlich von der Qualität der Nutzerdaten wusste, wird die Ergebnisse des Verfahrens maßgeblich beeinflussen. Die Aussagen der ehemaligen Führungskräfte werfen ein neues Licht auf die Umstände der Übernahme und die Art und Weise, wie Musk die Situation darstellt.

Die Zerrissenheit um die Zahlen der Nutzerbasis ist mehr als nur ein finanzieller Streit. Sie spiegelt ein tieferliegendes Problem wider: die Herausforderung, die Authentizität in der digitalen Welt zu bewahren. Der Deal mag abgeschlossen sein, aber das Vertrauen in die Plattform bleibt fragil.