Touristen in pompeji: eine geste des mitgefühls wird zum umweltproblem
Ein unerwarteter Streich von zwei US-Touristinnen sorgt in Pompeji für Aufregung. Die Mutter und ihre Tochter wollten den Lebensraum einer Handvoll Krustentiere in einem italienischen Restaurant retten.

Empathie verkehrt in umweltgefahr
Die beiden Frauen bemerkten in einem Restaurant in Pompeji eine Aquariumpanne mit einigen Krebstieren. Als sie sahen, dass diese in einem Gericht serviert werden sollten, beschlossen sie, die Tiere zu kaufen und am Strand frei zu setzen. Ihre Absicht war es, den Tieren ein weiteres Leben zu geben.
Die Touristinnen übernahmen die Krebstiere einzeln und bezahlten für jeden, um sie nicht zweifelhaft zu stehlen. Anschließend transportierten sie die Tiere zu einem Strand in der Nähe von Castellammare di Stabia. Die Tochter setzte ein Dutzend der Tiere frei, während ihre Mutter das Geschehen filmte.
Die Frauen hofften, dass ihre Tat zu einem positiven Erlebnis für die Tiere führen würde. Sie schrieben an den Restaurantbesitzer: "Wir möchten uns bei Ihnen bedanken, dass wir diese Möglichkeit hatten. Obwohl sie nur einige Tage länger leben werden, war es wert. Meine Mutter hat immer darum gestritten, wenn wir Krebstiere im Restaurant sahen, dass wir sie nicht essen sollten. Aber wir konnten nie jemanden finden, der uns dabei half, die Tiere zu retten."
Leider verkehrt die gute Absicht in ein Umweltproblem. Experten für Meerestiere warnen, dass die Freilassung von Krebstieren, die in Kapazitäten gehalten wurden, für den lokalen Ökosystem stark gefährlich sein kann. Die meisten italienischen Krebstier-Produkte stammen aus der nordamerikanischen Art Homarus americanus, die in der nordöstlichen Atlantikregion heimisch ist. Sie gelten in Europa als invasive Art. Die Freiheit von 12 Tieren in einem mediterranen Ökosystem, in dem sie nie gehalten wurden, kann den Gleichgewichtsmechanismen schädigen und die Gefahr von Krankheiten oder Parasiten für native Fische erhöhen.
Italien hat strenge Bestimmungen zum Umgang mit exotischen Tierarten und die Freilassung ohne Genehmigung ist strafbar. Die Touristinnen könnten bis zu drei Jahren Haft und eine Strafe von 10.000 bis 150.000 Euro erwartet werden.
Das Beispiel warnend: Bevor man versucht, "gute Taten" zu begehen, sollte man sich zuvor informieren, ob das vorgesehene Verhalten legal und umweltverträglich ist.