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Singapur testet künstlichen kraftstoff für flugzeuge – ein weg zur klimaneutralen luftfahrt?

Singapur setzt auf nachhaltigen kraftstoff: google, singapore airlines und andere testen neuen ansatz

von karin zimmermann | aktualisiert: [aktuelles datum einfügen] | technik & nachhaltigkeit

Ein pionierprojekt für die luftfahrtbranche

Singapur will mit einem revolutionären ansatz die emissionsbelastung der luftfahrt reduzieren. Ab oktober 2024 führt die stadtstaat den ersten grünen flugsteuer der welt ein – ein meilenstein auf dem weg zur klimaneutralen mobilität. Im kerne steht dabei der nachhaltige kraftstoff für flugzeuge (saf), der ab sofort von neun führenden unternehmen getestet wird.

Zu den teilnehmern zählen google, singapore airlines, dbs group und weitere, die gemeinsam mit der singapore sustainable aviation fuel company (safco) einen marktplatz für saf aufbauen wollen. Das ziel: bis 2030 zwischen 3 % und 5 % des flugkraftstoffbedarfs durch saf decken.

Wie funktioniert der grüne flugsteuer?

Wie funktioniert der grüne flugsteuer?

Ab 1. april 2024 wird ein ökologischer aufschlag auf flugtickets erhoben – zunächst für abflüge ab oktober. Die 41,60 singapur-dollar (ca. 28 euro) pro ticket fließen direkt in den aufbau von safco, die den nachhaltigen kraftstoff beschafft und an luftfahrtunternehmen verteilt.

Saf wird meist aus abfallölen, landwirtschaftlichen reststoffen oder co2 hergestellt und stößt im vergleich zu konventionellem kraftstoff deutlich weniger co2-emissionen aus. Doch trotz dieser vorteile bleibt der preis ein hürde: saf ist 2- bis 5-mal teurer als herkömmlicher kraftstoff.

Die teilnehmenden unternehmen und ihre rolle

Die teilnehmenden unternehmen und ihre rolle

  • google: Betont die entscheidende rolle von saf für die dekarbonisierung der luftfahrt. Vrushali gaud, leiterin klimastrategie bei google, sagt: „Ein skalierbares saf-ökosystem ist essenziell, um die nachfrage zu decken.“
  • singapore airlines und scoot: Testen die integration von saf in ihre flotte und prüfen die operativen prozesse.
  • dbs group, oversea-chinese banking corp. und temasek holdings: Unterstützen safco finanziell und logistisch.
  • boston consulting group und genzero: Beraten bei der skalierung und zertifizierung des projekts.

Herausforderungen: preis und skalierung

Trotz des politischen willens und der technischen möglichkeiten steht saf vor großen hürden. Die internationale luftfahrtvereinigung (iatp) prognostiziert, dass die produktion bis 2026 nur auf 2,4 millionen tonnen steigen wird – ein wachstum von nur 0,6 % des weltweiten bedarfs.

„Die kostensenkung ist der kritische faktor“, erklärt ein experte. „Ohne subventionen oder innovative herstellungsverfahren bleibt saf ein nischenprodukt. Singapur setzt hier auf den marktmechanismus: durch den grünen flugsteuer wird saf für luftfahrtunternehmen attraktiver.“

Singapurs ziele: 3–5 % saf bis 2030 – realistisch?

Singapur hat sich ehrgeizige klimaziele gesetzt: Bis 2050 will die stadtstaat netto-null-emissionen erreichen. Ein wichtiger schritt ist die umstellung auf saf. Doch wie realistisch ist das 3–5 %-ziel für 2030?

„Es kommt auf die kooperation der unternehmen und die politische unterstützung an“, sagt eine branchexpertin. „Singapur zeigt mut – doch ohne globale standards und kostensenkungen wird saf auch dann ein nischenmarkt bleiben.“

Was bedeutet das für die zukunft der luftfahrt?

Singapurs ansatz könnte ein vorbild für andere stadtstaaten werden. Wenn der test erfolgreich ist, könnte der grüne flugsteuer auch in europa oder den usa eingeführt werden. Doch eines ist klar: saf allein wird das problem nicht lösen.

Parallel müssen elektrische flugzeuge, wasserstoffantriebe und effizientere flugrouten entwickelt werden. „Nachhaltige luftfahrt ist ein puzzle“, fasst karin zimmermann zusammen. „Singapur setzt hier auf einen baustein – aber es braucht viele mehr.“

Fazit: ein mutiger schritt – aber noch ein langer weg

Singapurs pionierprojekt zeigt, dass klimaneutrale luftfahrt möglich ist – aber nur mit systemischem denken. Der grüne flugsteuer ist ein innovatives finanzierungsmodell, doch ohne globale standardisierung und technologische durchbrüche bleibt saf ein teures experiment.

Eines ist sicher: Die luftfahrtbranche steht vor einer wende – und singapur zeigt den weg auf. Ob sie ihn auch gehen wird, hängt davon ab, ob die unternehmen, regierungen und forscher gemeinsam handeln.