Ölpreise fallen, börsen steigen – iran-deal im visier
Die Märkte reagieren euphorisch auf die Hoffnungsschimmer rund um einen möglichen Friedensabkommen zwischen Iran und den USA. Nach drei Monaten Kriegssituation im Persischen Golf dominiert die Wiedereröffnung des strategisch wichtigen Estreiches von Ormuz die Agenda – und damit die Aussichten auf eine vermeidbare Energie- und Rohstoffkrise in Asien und Europa.

Trump feuert erneut auf – zweifel bleiben
US-Präsident Donald Trump deutete am Sonntag auf weitere Fortschritte bei den Verhandlungen mit dem Iran an und sprach von einem ‘Grundprinzipabkommen’. Ein erster, entscheidender Schritt auf dem Weg zu einem endgültigen Waffenstillstand und der damit verbundenen Öffnung des Estreiches – einst verantwortlich für rund ein Viertel des globalen Öl- und Gasexports. Doch die Realität sieht komplexer aus. Wie Link Gestion-Chef Juan J. Fernández-Figares betont, bleibt die finale Unterzeichnung von allen Beteiligten – insbesondere Israel und Teilen der US-Republikaner – weiterhin fraglich. ‘Trumps ‘Wunsch’ nach einem Deal überwiegt dabei offenbar die kalkulierten Risiken, aber die ‘Verkaufsofferte’ wird sich als äußerst schwierig erweisen,’ so Fernández-Figares.
Die Aktienmärkte spiegeln diesen optimistischen Tenor wider. Der DAX schloss heute mit einem Aufschlag von 1,0 Prozent, der MDAX mit 1,6 Prozent. Auch die US-Futures zeigen deutliche Kursgewinne – der Nasdaq steigt um 0,9 Prozent, der S&P 500 um 1,3 Prozent. Der Rückgang der Ölkurse, insbesondere des Brent, der um mehr als 5 Prozent auf unter 100 Dollar fiel, und die Stabilität der Anleiherenditen in den USA, Deutschland und Spanien sind klare Indikatoren für die Investorengestehung.
Die Situation ist jedoch alles andere als rosig. Hinter den Kulissen herrscht Skepsis. Es ist ein Delikatess, dass die Erwartungen an einen schnellen und einfachen Ausweg aus dem Konflikt in Teheran hochschießen, während die geopolitischen Risiken weiterhin bestehen bleiben. Die Abhängigkeit Europas von iranischem Öl und Gas ist nach wie vor beträchtlich, und eine Blockade des Estreiches hätte verheerende Auswirkungen auf die Wirtschaft.
Letztendlich ist es die finale Unterzeichnung des Abkommens, die über die tatsächliche Bedeutung dieser Entwicklung entscheidet. Und die Zeichen stehen derzeit eher auf Vorsicht als auf euphorische Erwartungen. Die Botschaft ist klar: Der Weg zum Frieden ist noch lang und steinig.