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Nagelpflege-alte chemie: durchblick für smartphone-nutzer mit langen nägeln

Für viele Frauen ist es eine alltägliche Qual: Lange oder kunstvoll gestaltete Fingernägel stehen im krassen Gegensatz zur Bedienung von Touchscreens. Die Lösung könnte bald aus der Chemie kommen.

Transparentes lack-wunder für präzises tippen

Transparentes lack-wunder für präzises tippen

Eine Gruppe von Forschern hat einen transparenten Nagellack entwickelt, der es ermöglicht, Nägel als Eingabegerät auf Touchscreens zu nutzen, ohne dabei die Auflösung zu beeinträchtigen. Das Problem: Aktuelle Touchscreens erkennen nur leitfähige Materialien wie Haut. Fingernägel hingegen sind dafür nicht geeignet, was zu frustrierenden Bedienversuchen führt. Die Entwicklung stellt eine elegante Lösung dar, die sich nicht in der Hardware, sondern in der Chemie versteckt.

Die Idee entstand, als die Chemikantin Manasi Desai beim Beobachten einer Flebothekerin mit langen Nägeln das Problem erkannte. Die Frage war simpel: Lässt sich eine Nageloberfläche leitfähig machen, ohne das Aussehen zu verändern?

Die Suche war langwierig. Desai und ihr Betreuer, der Organometallchemiker Joshua Lawrence, testeten 13 verschiedene transparente Lacke und über 50 Additive. Die erfolgreichste Kombination erwies sich als Taurin – eine natürlich vorkommende organische Verbindung, die auch in Energydrinks enthalten ist – und Ethanolamin, eine gängige organische Molekül. Während Ethanolamin die nötige Leitfähigkeit lieferte, wurde modifiziertes Taurin für seine Unbedenklichkeit geschätzt.

Das Verfahren basiert auf einer chemischen Reaktion von Säure und Base. Wenn der Lack mit dem elektrischen Feld des Touchscreens in Kontakt kommt, verschieben sich Protonen zwischen den Molekülen und verändern die Kapazität der Oberfläche minimal. Der Bildschirm registriert dies als Berührung. Im Gegensatz zu früheren Ansätzen, die auf metallischen Nanoröhren oder Partikeln basierten, ist der neue Lack transparent und kann auf jede Maniküre oder direkt auf den natürlichen Nagel aufgetragen werden.

Die Entwicklung ist nicht nur für Frauen mit langen Nägeln relevant. Auch Menschen mit Verdickungen an den Fingerspitzen, die ähnliche Probleme mit der Leitfähigkeit haben, könnten davon profitieren. Allerdings ist die Haltbarkeit aktuell noch begrenzt, da Ethanolamin schnell verdunstet. Ein Patent ist bereits angemeldet, und die Forscher suchen nach weiteren Zusätzen, die Leitfähigkeit, Transparenz und Langlebigkeit vereinen.

Shuyi Sun, eine Spezialistin für kosmetische Biosensoren, bewertet die Arbeit als einen Beweis dafür, dass funktionelle Eigenschaften unauffällig in alltägliche Kosmetikprodukte integriert werden können. Der Lack ist zwar noch nicht im Handel erhältlich, aber er zeigt, dass die Lösung für das Problem nicht in der Elektronik, sondern in der Chemie liegt. Eine elegante Lösung, die die Alltagserfahrung grundlegend verändern könnte.

Die Entwicklung von