Hussman warnt vor ki-blase: bilanzen und schulden verraten die wahrheit
Der Investor John Hussman schlägt Alarm: Eine sich abzeichnende Blase im Aktienmarkt könnte bald platzen. Der bekannte Marktbeobachter und CEO von Hussman Investment Trust hat seit langem vor einem letztlich negativen Ende der bisherigen Aufwärtsbewegung gewarnt – und nun deutet er auf ein konkretes Signal, das die drohende KI-Blase andeuten könnte.

Divergenz zwischen gewinn und staatsverschuldung – ein kritischer wendepunkt
In einer kürzlichen Note am Sonntag wies Hussman auf eine beunruhigende Entwicklung hin: die zunehmende Diskrepanz zwischen Unternehmensgewinnen und der steigenden Gesamtverschuldung – sowohl staatlich als auch privat. Die US-amerikanischen Unternehmen haben im vierten Quartal 2025 ein Plus von über 10 Prozent gegenüber dem Vorjahr im bereinigten bereinigten Gewinnwachstum verzeichnet, angetrieben von der Euphorie rund um die Künstliche Intelligenz und einer Reihe von Großfusionen im Technologiebereich. Laut Daten des US Department of Commerce.
Die tatsächliche Entwicklung ist jedoch fatal: Hussman argumentiert, dass die Erwartungen hinsichtlich des Gewinnwachstums, das auf die KI zurückgeführt wird, überoptimistisch seien. Er vergleicht den aktuellen Markt mit einem klassischen Ponzi-Schema, in dem zukünftige Erträge fiktiv geschaffen werden, um bestehende Investoren zu bedienen – und die Illusion eines attraktiven Renditeverhältnisses auf den gezahlten Preis aufrechterhält. Die bisherigen historischen Bewertungen im Aktienmarkt sind dabei erschreckend hoch.
Gleichzeitig hat sich die Staatsverschuldung in den letzten Monaten rasant erhöht. Das US Department of the Treasury meldete kürzlich eine Gesamtschulden von über 38 Billionen Dollar. Doch es ist nicht nur die Regierung, die dringend Geld leiht. Auch Haushalte und Unternehmen stapeln Schulden immer höher. Hussman sieht darin einen “exakt spiegelbildlichen” Abfluss aus dem Free Cash Flow der Unternehmen in Defizite in anderen Bereichen der Wirtschaft – ein deutliches Zeichen dafür, dass die Wachstumsimpulse der Unternehmen auf Schulden basieren, nicht auf tatsächlichem wirtschaftlichen Fortschritt.
Hussman, der die Dotcom-Blase vorhersagte und seit Jahren vor einer “dritten großen spekulativen Blase” warnt, glaubt nicht, dass technologische Fortschritte zwangsläufig zu einem Netto-Wachstum der Wirtschaft beitragen. Der finanzielle Nutzen der neuen Technologie habe “hauptsächlich die Einkommensungleichheit verstärkt”, so Hussman. Es ist daher davon auszugehen, dass die Regierung zukünftig mehr Unterstützung für Haushalte leisten muss, während die Vermögen sich immer stärker in den Händen weniger konzentrieren. “Wenn wir es zulassen, dass die US-amerikanische Wirtschaft wieder eine stabile Fiskalpolitik erreicht, wird sich der Gewinnmarge der Unternehmen von ihren derzeitigen Höhen zurückentwickeln”, spekuliert Hussman. “Das ist die Magie eines Ponzi-Schemas: alles läuft gut, solange niemand in Frage stellt, ob die zukünftigen Cashflows tatsächlich eintreffen.”
Die Firma Hussman beobachtet die Entwicklung des Marktes genau. Die Firma hält sich derzeit zurück, um konkrete Vorhersagen über das Ausmaß des bevorstehenden Absturzes zu machen, da die typischen Merkmale, die in der Vergangenheit zu fallenden Bewertungen führten, in dieser Situation noch nicht ausreichend waren. “Meine Einschätzung ist, dass diese Blase in einem Feuerball platzen wird”, erklärte Hussman. Es bleibt abzuwarten, wann dieser Moment eintritt.”