Deutsche behörde warnt vor künstlichen nachrichten-clonen von russischen hackern
Die Bundesbeauftragte für den Verfassungsschutz (BfV) hat im Februar ein Dokument veröffentlicht, das auf mögliche Cyber-Angriffe aus Russland, China, Iran und Nordkorea hinweist. Diese Angriffe richteten sich laut dem Bericht gegen Institutionen, Unternehmen und Bürger.
Neuartige angriffsmethode: die ‚doppelten nachrichten‘
Ein besonderes Augenmerk gilt dabei einer Angriffsmethode, die als ‚doppelte Nachrichten‘ bezeichnet wird. Seit 2022 nutzen Gruppen von Hackern mit russischen Verbindungen diese Technik.
Die Hackertypen replizieren hierbei die Website eines legitimen Mediums. Sie kopieren die Schriftarten, das Design, die Navigation und sogar das Logo des Originals. Anschließend veröffentlichen sie falsche Inhalte, die auf den ersten Blick identisch zum Original aussieht, weil sie exakt dieselbe Struktur und Gestaltung wie die ursprüngliche Seite aufweist.
Automatisierte Profile und gefälschte Benutzerkonten sammeln diese Falschinformation und teilen sie auf sozialen Netzwerken massiv weiter. Viele Benutzer teilen solche Inhalte, ohne die URL des Mediums zu überprüfen.
Das Ziel dieser Taktik ist es, Verwirrung zu stiften und die Zuverlässigkeit von Medien zu untergraben. Wenn verschiedene Versionen eines Ereignisses in Konflikt zueinander stehen, verlieren viele Benutzer die Zuverlässigkeit aller Quellen.

Alemanha als hauptziel und bedrohung für spanien
Alemanha ist ein hochpriorisiertes Ziel, da sie geografisch zentral in Europa liegt, politisch einflussreich ist und ein hohes Niveau an Hochtechnologie aufweist. Dies macht sie zum Ziel für destabilisierende wie auch wirtschaftsspionagebedachte Angriffe.
Spanien teilt viele dieser Faktoren mit, da es Mitglied der EU und der NATO ist, US-Militärstandorte beherbergt, an europäischen Sicherheitsentscheidungen teilnimmt und strategische Infrastrukturen in wichtigen Branchen besitzt. Obwohl es keine öffentlich bekannten ‚doppelten Nachrichten‘-Kampagnen gegen spanische Medien gibt, könnte diese Technik bei Bedarf dort eingesetzt werden.

Mehrere angriffsmethoden identifiziert
Das Dokument der BfV identifiziert fünf Arten von Angriffen, die sowohl Institutionen als auch Benutzer betreffen können. Dazu gehören Phishing-Angriffe, die Benutzer dazu verleiten, ihre Zugangsdaten preiszugeben, Malware, die sich auf Systemen einnistet, um Informationen abzufangen oder Geräte zu kontrollieren, soziale Manipulation, die Benutzer zu Daten preisgeben möchte, DDoS-Angriffe, die Server mit massiven Anfragen lahmlegen und Ransomware, die Dateien kryptiert und einen Lösegeldforderung stellt.
Alle diese Methoden werden kontinuierlich eingesetzt, nicht nur in Alemanha. Deshalb empfiehlt das Deutsche Zentrum für Konsumentenschutz alle Benutzer, mindestens 14-stellige, alphabetisch, numerisch und symbole enthaltende Passwörter zu verwenden, die nur für ein bestimmtes Service verwendet werden sollten. Es sollte stets die Zwei-Faktor-Authentifizierung aktiviert sein, wenn verfügbar, und ein Passwort-Manager verwendet werden, um keine Zugangsdaten zwischen Services zu teilen.

Desinformation: hintergrund und schutzmaßnahmen
Die Desinformation mittels ‚doppelten Nachrichten‘ ist nur ein Aspekt der Gefahr, die von solchen Angriffen ausgeht. Es ist ratsam, bei jeder Nachricht, die auf einen Titel achtet, der emotional aufwühlend oder sensationell ist, die URL des Mediums zu überprüfen. Es ist auch wichtig, die Informationen mit vertrauenswürdigen Quellen zu vergleichen, um Missbrauch erkennen zu können.
Die Warnungen aus Alemanha sollten für alle Länder relevant sein, da die Angriffsmethoden weiterhin werden und sich an die Bedürfnisse der Ziele anpassen. Es ist deshalb unerlässlich, sich geschützt zu halten und sich über potenzielle Gefahren zu informieren, um im digitalen Raum sicher zu bleiben.